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Januar / Februar 2012:
Kinofilme in Originalfassung mit Untertiteln (OmU)

Film-Inhalte



Le Havre (OmU, französisch)

Der ehemalige Künstler Marcel Marx arbeitet in Le Havre als Schuhputzer. Trotzdem führt er ein zufriedenes Leben zwischen Arbeit, Bar und seiner Frau Arletty. Seine Frau erkrankt schwer und zur selben Zeit begegnet er zufällig einem Flüchtlingskind aus Afrika, das von der Polizei gesucht wird. Spontan hilft er dem Jungen, versteckt ihn und mit Unterstützung der Nachbarn beginnt sein Kampf gegen den Machtapparat des Staates. Gewohnt minimalistisch inszenierte Kaurismäki dieses Melodram, das sich gekonnt allen Fallstricken einer Gutmenschen-Schmonzette entzieht und auf dem Festival in Cannes von Presse und Publikum tosenden Beifall bekam. Seit langem drehte er wieder außerhalb Finnlands und wirkt erneut so kämpferisch wie in «Der Mann ohne Vergangenheit», gleichzeitig aber auch so poetisch wie in seinem ebenfalls in Frankreich realisierten Film «Das Leben der Bohème».

FIN / F / D 2011.
Regie: Aki Kaurismäki.
Mit André Wilms, Kati Outinen, Blondin Miguel, Laika, Jean-Pierre Darroussin, Jean-Pierre Léaud.
93 Min. OmU.
www.lehavre.pandorafilm.de

Die Einsamkeit der Primzahlen - VHS-Film (OmU, italienisch)

In der Schule begegnen sich Alice und Mattia zum ersten Mal. Beide sind Außenseiter und von schlimmen Erfahrungen der Kindheit belastet. Alice verlor nach einem Skiunfall das Vertrauen in ihren Vater und seitdem misstraut sie jedem, vor allem sich selbst. Eine bleibende Behinderung erinnert sie jeden Tag an das Ereignis. Mattia leidet unter Schuldgefühlen, weil er statt auf seine Zwillingsschwester aufzupassen, einen Kindergeburtstag feierte und das Mädchen seitdem verschwunden ist. Alice wird von den anderen Mädchen gemieden, gemobbt und heischt um Aufmerksamkeit. Mattia, der Einserschüler, kapselt sich ab und ritzt sich in seiner Verzweifl ung. Ihre Familien bieten keinen Rückhalt und keine Zufl ucht. Die beiden Jugendlichen erkennen einander als Seelenverwandte. Gemeinsam versuchen sie verzweifelt ihrer traumatischen Vergangenheit zu entfl iehen. Auch im Erwachsenenalter führen Alice und Mattia ihre Beziehung fort. Aber es existiert trotzdem eine Distanz zwischen ihnen, die sie nicht überwinden können. Wie zwei benachbarte Primzahlen sind sie immer durch eine Winzigkeit getrennt. Bei aller Tristesse glimmt am Ende doch der Hoffnungsschimmer einer nicht gänzlich unerfüllten Liebe am Horizont.

I / D / F 2010.
Regie: Saverio Costanzo.
Mit Alba Rohrwacher, Luca Marinelli, Isabella Rossellini.
118 Min. OmU.
www.primzahlen-derfilm.de

Bullhead (OmU, flämisch)

Das bullige Aussehen von Rinderzüchter Jacky ähnelt nicht zufällig dem seiner Tiere. Er spritzt sich selbst Hormone, was ihm nicht nur ein stiernackiges Aussehen, sondern auch ein höchst aggressives Gemüt beschert. Dass Bullhead auch Dickkopf bedeutet, wird der Rinderzüchter bis zum gewalttätigen Finale ein ums andere Mal beweisen. Der abgeschotteten Gemeinschaft aus Bauern, Tierärzten, Fleisch- und Hormonhändlern sowie etlichen Helfern fürs Grobe stehen Polizisten gegenüber. Als einer von ihnen von einem skrupellosen Fleisch- Großhändler umgebracht wird, rücken sie der verdächtigen Gang mit allen Mitteln auf die Pelle. Bei ersten Verhandlungen trifft Jacky auf den Polizei- Informanten Diederik, ein Freund aus vergangenen Tagen. Sie teilen ein verstörendes Ereignis aus ihrer Kindheit, das nun ein dunkles und fatales Ende heraufbeschwört. Stilistisch gewandt und mit einem Gespür für Atmosphäre gelingt es Regisseur Roskam verblüffend glaubhaft, das bäuerliche Belgien mit Gangster- Atmosphäre aufzuladen und liefert dabei auch das Portrait einer Männergesellschaft, die nicht nur wegen des ewig grauen Himmels ein düsterer Ort ist.

B 2011.
Regie + Buch: Michael R. Roskam.
Mit Matthias Schoenarts, Jeroen Perceval, Jeanne Dandoy, Sam Louwyck.
129 Min. OmU.
www.rundskop.be

Die Haut in der ich wohne - VHS-Film (OmU, spanisch)

Die bildhübsche Vera ist die einzige Patientin in einer Schönheitsklinik, in der sie Tag und Nacht von Professor Roberto Ledgard überwacht wird. Er pfl egt ihre Haut wie einen kostbaren Schatz und kontrolliert jeden Schritt, jeden Blick, jede Emotion. Doch wer ist Vera, die so beängstigend Robertos verstorbener Frau ähnelt? Sie hat keine Geschichte und doch scheint ihr Schicksal eng verknüpft mit Robertos Leben. Und welche Rolle spielt der junge Mann, der zuletzt beim Betreten der Schönheitsklinik gesehen wurde? Für diesen Thriller versammelt Pedro Almodóvar sein vertrautes Erfolgsteam und besetzt die Hauptrolle mit Antonio Banderas. Und der spielt, dass es einem im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht. Ein außergewöhnlicher Thriller mit wahnwitzigen Wendungen. Mehr Staunen über eine Story ist kaum möglich. Eine hochexplosive Mischung aus Mysterium, ein wenig Horror, eindringlich, fesselnd, hoch ästhetisch und damit: unnachahmlich Almodóvar. Denn sein neuer Geniestreich, der ebenso schaurig-verstörende wie betörende Psychothriller, basierend auf dem Erfolgsroman des Franzosen Thierry Jonquet, besticht nicht nur durch subtil aufgebaute Spannung und eine gewohnt grandiose Bildästhetik.

E 2011.
Regie: Pedro Almodóvar.
Mit Antonio Banderas, Elena Anaya, Marisa Paredes, Jan Cornet.
120 Min. OmU.
www.diehautinderichwohne.de

Coraline (OmU, englisch)

Seit Coraline und ihre Eltern in das alte Haus auf dem Land gezogen sind, ist Coraline ziemlich einsam. Ihre Eltern arbeiten den ganzen Tag und haben nie Zeit. Aber Coraline entdeckt interessan te Nachbarn und eine seltsame Welt hinter ihrer Zimmerwand. Dort ist alles genauso wie bei ihr zuhause – nur besser. Die Eltern hinter der Wand haben immer Zeit für Sie und sind immer gut gelaunt. Coraline gerät immer mehr in den Bann der Doppelgängerfamilie mit den unheimlichen Knopfaugen. Nur gut, dass es die Katze und den Nachbarjungen Wybie gibt, die auf sie aufpassen. Ein kluges Trickfilm- Märchen von Henry Selick über Wünsche und Wirklichkeit.

USA 2008.
Regie: Henry Selick.
101 Min. Empfohlen ab 10 Jahren.
www.coraline.com

Slumdog Millionaire (OmU, englisch)

Der englische Indieregisseur Danny Boyle (Trainspotting) erzählt in «Slumdog Millionaire» eine furiose Geschichte zwischen Hollywood und Bollywood, Sozialdrama, Krimi und Melodram. Der indische Waisenjunge Jamal hat es in die Endrunde von «Wer wird Millionär» geschafft. Nur noch eine einzige Frage und er hat gewonnen. Aber der niederträchtige Quizmaster setzt alles daran, seinen Sieg zu verhindern. Er verdächtigt Jamal des Betrugs und lässt ihn verhaften. Im Polizeiverhör erklärt Jamal geduldig, warum er bisher jede der 14 Fragen richtig beanwortet hat. Wie bei einem Puzzle fügt sich aus seinen Erinnerungen die Geschichte seines Lebens zusammen – und es wird deutlich warum Jamal das Quiz unbedingt gewinnen muss.

GB / USA 2008.
Regie: Danny Boyle.
Mit Dev Patel, Anil Kapoor, Madhur Mittal, Freida Pinto, Irrfan Khan, Saurabh Shukla, Mia Drake, Sanchita Choudhary, Ankur Vikal.
120 Min. Empfohlen ab 14 Jahren.
www.slumdog-millionaer.de

The Wizard Of Oz (OmU, englisch)

Eines Nachmittags wird die 14-jährige Dorothy von einem Tornado aus ihrer Heimat Kansas fortgewirbelt. Sie findet sich weit weit weg mitten im verwunschenen Land Oz wieder. Um nach Hause zu kommen muss Dorothy den Zauberer von Oz finden. Die kleinen Munchkins weisen ihr den Weg und drei treue Freunde stehen ihr bei ihren Abenteuern zur Seite: ein Löwe auf der Suche nach Mut, ein Blechmann auf der Suche nach einem Herzen und eine Vogelscheuche auf der Suche nach Klugheit. Das Technicolor-Musical über eine Reise, die letzten Endes nach Hause und eine Suche, die zu uns selbst führt, hat auch 70 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seinem Zauber verloren.

USA 1939.
Regie: Victor Fleming.
Mit Judy Garland, Frank Morgan, Ray Bolger, Bert Lahr, Jack Haley, Billy Burke, Margaret Hamilton.
101 Min. Empfohlen ab 8 Jahren.
thewizardofoz.warnerbros.com

Nowhere Boy (OmU, englisch)

Liverpool, 1950er Jahre: der junge John Lennon wächst bei seiner strengen und auf Etikette bedachten Tante Mimi auf. Seine leibliche Mutter hält er für verschollen, bis er eines Tages entdeckt, dass sie in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt. Zunächst ist John begeistert von der temperamentvollen Julia, die ihn herzlich empfängt und seine Liebe zur Musik teilt. Sie bringt ihm das Banjospielen bei und scheint das genaue Gegenteil der immer kritischen Tante. Aber nach und nach fühlt sich John von den Ansprüchen beider Frauen überfordert und merkt immer deutlicher: er muss seinen eigenen Weg finden. Basierend auf der Biografie von John Lennon erzählt «Nowhere Boy» eine universelle Geschichte vom Erwachsenwerden.
GB / CDN 2009.
Regie: Sam Taylor- Wood.
Mit Aaron Johnson, Kristin Scott Thomas, Anne-Marie Duff, David Morrissey, Thomas Brodie Sangster, Sam Bell, David Threlfall, Ophelia Lovibond, Jack McElhone.
98 Min. Empfohlen ab 14 Jahren.
www.nowhereboy.co.uk

Unmade Beds (OmU, englisch)

In der Tradition der Nouvelle Vague erzählt Alexis Dos Santos von verträumten und vertrunkenen Nächten in Londons europäischer Underground- Szene. Axl ist aus Madrid nach London gekommen, um seinen Vater zu finden. Die Belgierin Vera hängt ihrer letzten Liebe nach und trifft einen Fremden. Mike träumt vom Fliegen. Eine Matratze wird umgetragen. Tage und Nächte, große Gefühle und kleine Begebenheiten, Menschen und Kleider – alles fließt ineinander in Dos Santos’ atmosphärischem Porträt eines Lebensgefühls zwischen Leichtigkeit und Melancholie.

GB 2008.
92 Min.
Regie: Alexis Dos Santos.
Mit Richard Lintern, Iddo Goldberg, Déborah François.
Empfohlen ab 14 Jahren.
www.londonnights.de

Crash (OmU, englisch)

24 Stunden in L. A. Der Episodenfilm «Crash» verwebt die Erlebnisse von einem Dutzend Bewohner der zweitgrößten Stadt der USA und der größten Metropolenregion der Welt zu einer dichten Erzählung. Ein schwarzes Mittelschichts-Ehepaar, ein rassistischer weißer Cop, ein afroamerikanisches Gangster-Duo, ein lateinamerikanischer Handwerker und seine Tochter, ein persischer Ladenbesitzer … Immer wieder kreuzen sich die Wege, prallen die Protagonisten mit ihren Sorgen und Vorurteilen frontal aufeinander. Jeder «Crash» vergrößert die Aggression und dreht die Spirale der Gewalt eine Stufe weiter. Aber jede Begegnung bietet auch die Gelegenheit, dass sich etwas ändert …

USA 2004.
Regie: Paul Haggis.
Mit Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon, Brendan Fraser, Jennifer Esposito, Ryan Phillippe, Thandie Newton, Chris Bridges, Larenz Tate, Shaun Toub.
92 Min. Empfohlen ab 15 Jahren.
www.crashfilm.com

Die Mühle und das Kreuz (OmU, englisch)

Im Jahr 1564 erhält Pieter Bruegel der Ältere von dem reichen Antwerpener Kaufmann und Kunstsammler Nicolas Jonghelinck den Auftrag, die Kreuztragung Christi zu malen. Er nimmt den Auftrag an, doch will er nicht eine weitere von unzähligen Versionen der Passionsgeschichte liefern, sondern etwas Besonderes schaffen: Ein Bild, das eine Vielzahl von Geschichten erzählt, das groß genug ist, hunderte von Menschen aufzunehmen und seine flämische Heimat darstellt. Also geht Bruegel zu den Menschen auf den Höfen, Feldern und Märkten, um nach diesen Geschichten in einem Land zu suchen, das unter spanischer Herrschaft steht, und in dem die Inquisitoren erbarmungslos wüten. Er hält alles fest und beginnt auf diese Weise, die Schicksale von unzähligen Menschen bildhaft miteinander zu verflechten. Das Gemälde «Die Kreuztragung Christi» wird zum Leben erweckt und der Maler selbst enthüllt uns seine komplexe Bildsprache und die versteckten Bedeutungen. Jede einzelne Szene mit seiner detailgenauen Ausstattung und kunstvollen Komposition aus Licht und Farbe wirkt wie ein weiteres von Bruegel geschaffenes Gemälde. Für diesen Film waren drei Jahre nötig, um dieses Gesamtbild zu schaffen, das aus einem vielschichtigen digitalen Bildteppich und vielen unterschiedlichen Perspektiven besteht. Ein Film- Kunstwerk!
S / PL 2011.
Regie: Lech Majewski.
Mit Rutger Hauer, Charlotte Rampling, Michael York.
92 Min. OmU.
www.neuevisionen.de


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