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Kinofilme im Oktober 2010

Film-Inhalte



(Ein Klick auf den Titel führt zum 1. Vorführtermin des Films in der Programmübersicht)



Mary & Max

Die 8-jährige Mary lebt mit ihren Eltern in Melbourne. Die Mutter trinkt, raucht und stiehlt. Der Vater glänzt durch Abwesenheit, indem er sich seinen Hobbys widmet. Mary hat keine Freunde und wird wegen eines riesigen Muttermals von ihren Schulkameraden gehänselt. Durch Zufall kommt sie zu einem Brieffreund, der in New York lebt. Der 44-jährige Max ist übergewichtig und leidet an dem Asperger- Syndrom, einer Variante des Autismus. Die Krankheit macht es ihm unmöglich, soziale Bindungen einzugehen. Das ändert sich mit Marys Brief ... Der dramatisch-komische Animationsfilm behandelt Themen wie Alkoholismus, Depression, Selbstmord und schafft es dennoch, viel (Galgen)-Humor zu entwickeln.

AUS 2009
Regie: Adam Elliot
92 Min.
www.maryandmax.de

Männer im Wasser

Fredrik, arbeitsloser Redakteur und ambitionierter Freizeit-Sportler, steckt tief in der Midlife-Crisis. Seine Ehe liegt in Scherben, seine Frau will die aufmüpfige Teenager-Tochter bei ihm abladen, um ihrer Karriere nachzugehen und nach einer katastrophalen Niederlage ist es auch noch um den heiß geliebten Hockeyclub schlecht bestellt. Aus einer Schnapsidee heraus eröffnet sich für Fredrik ein neues Betätigungsfeld: Synchronschwimmen. Zuerst glauben die Jungs aus seinem alten Hockey-Team an einen schlechten Scherz, aber Fredrik leistet harte Überzeugungsarbeit. Und nicht nur das: Kaum sind alle mit im Boot, träumt Fredrik – typisch Mann – auch gleich von der Teilnahme an den Synchronschwimm- Weltmeisterschaften in Berlin: als Schwedens offizielles männliches Team. Das Projekt unter dem Motto «Go for Gold» hat nur einen kleinen Schönheitsfehler – die Truppe hat keinen blassen Schimmer vom Synchronschwimmen.
Mit einer Mischung aus ungezwungenem Humor und erfrischenden Charakteren inszenierte Måns Herngren diesen Film mit leichter Hand und verliert dennoch nie an Tiefe.

S 2008
Regie: Måns Herngren
Mit Jonas Inde, Amanda Davin, Andreas Rothlin Svensson, Jimmy Lindström, Peter Gardner, Benny Haag, Shelby Niavarani.
100 Min.
www.maenner-im-wasser.pandorafilm.de

Das Konzert

Andrei Filipov dirigierte einst das Orchester des berühmten Bolschoi-Theaters. Während der Zeit des Kommunismus weigerte er sich, jüdische Musiker zu entlassen. Deshalb wurde er zum Putzen degradiert. Durch Zufall fängt Andrei ein Fax ab: Eine Einladung des Bolschoi-Orchesters nach Paris. Kurz entschlossen beginnt Andrei seine in alle Winde verstreuten Musiker aufzusuchen und zu überreden, mit ihm das Konzert in Paris zu geben. Da die Kollegen inzwischen die ausgefallensten Berufe ausüben, Pässe, Visa und Instrumente nicht vorhanden sind, ist im Voraus ein gehöriges Durcheinander zu bewältigen. Doch es gelingt. Und sogar die einzige Bedingung für das Gastspiel, die Solistin Anne-Marie Jacquet, ist da. Der rumänische Regisseur Radu Mihaileanu schlägt leichtere Töne an, als in seinem Holocaust-Drama «Zug des Lebens». Er beschäftigt sich jedoch wieder mit der Vergangenheit, dieses Mal auf anrührende, amüsante und versöhnliche Weise und mit einer mitreißenden Inszenierung des finalen Konzerts für Violine und Orchester in D-Dur von Tschaikowsky. In Frankreich mit zwei «Césars» ausgezeichnet!

F 2009
Regie: Radu Mihaileanu
Mit Alexei Guskow, Dimitri Nazarov, Melanie Laurent, François Berléand, Miou-Miou, Valeri Barinov.
119 Min.
www.konzert-derfilm.de

Der kleine Nick

Der kleine Nick führt ein friedliches Leben: Er hat Eltern, die ihn lieben und eine Clique von fabelhaften Freunden. Doch eines Tages belauscht Nick ein Gespräch seiner Eltern und denkt fortan, seine Mutter sei schwanger. Er gerät in Panik und fürchtet das Schlimmste: ein kleiner Bruder! Nicks Eltern werden keine Zeit mehr für ihn haben. Um diesem unglücklichen Schicksal zu entgehen, entwirft der kleine Nick eine Strategie, um sich für seine Eltern unentbehrlich zu machen. Doch obwohl er sich alle Mühe gibt, tritt er in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und beschwört mit der Zeit immer mehr Ärger herauf ... Tirard hat sich viel Mühe gegeben, alle bekannten Figuren der Vorlage auftreten zu lassen und macht den Film mit 50er-Jahre-Nostalgie und den unbefangenen Kinderdarstellern zu einem großen Vergnügen.

F 2009
Regie: Laurent Tirard
Mit Maxime Godart, Valerie Lemercier, Kad Merad, Sandrine Kiberlain, Michel Galabru, Vincent Claude
91 Min.
www.derkleinenick.centralfilm.de

Women Without Men

In ihrem ersten Spielfilm adaptiert die international bekannte Video-Künstlerin Shirin Neshat einen höchst komplexen Roman der iranischen Autorin Shahrnush Parsipur. Vor dem Hintergrund des von westlichen Geheimdiensten unterstützten Staatsstreichs im Iran 1953 spielt sich das Schicksal von vier Frauen ab, die auf verschiedene Weise von der Gesellschaft unterdrückt werden. Es ist ein politischer Film, auch wenn es nur in zweiter Linie um Politik geht. Viel wichtiger ist der Regisseurin die gesellschaftliche Situation der Frau, die auch unter dem demokratisch gewählten Mossadegh keine gleichberechtigte Rolle spielt. Sie setzt durch intensive Situationen und schöne Bildfolgen magisch-surreale Stilmittel ein, wahrscheinlich auch, um der im Iran herrschenden Zensur auszuweichen.
Ausgezeichnet mit dem Silbernen Löwen für die beste Regie!

D / A / F 2009
Regie: Shirin Neshat
Mit Pegah Ferydoni, Arita Shahrzad, Shabnam Tolouei, Orsi Toth, Mina Azarian, Shahrnush Parsipur
95 Min.
www.womenwithoutmenfilm.com

Shahada

Maryam, ein sehr westlich orientiertes Mädchen, ist ungewollt schwanger. Der Nigerianer Samir ist in seinen deutschen Freund Daniel verliebt. Als streng gläubiger Muslim steht für ihn sehr viel auf dem Spiel. Ismail, ein türkischstämmiger Polizist scheint in der deutschen Gesellschaft angekommen zu sein. Doch eines Tages steht er bei einer Razzia der Bosnierin Leyla gegenüber, die er mit seiner Dienstwaffe aus Versehen lebensgefährlich verletzt. «Shahada» ist ein Film über deutsche Moslems, die in einer immer noch fremden Heimat ihren Lebensweg suchen. Der Titel bezieht sich auf die erste Säule des Islam – das Glaubensbekenntnis. Shahada ist die Entscheidung für einen Weg. Die Hauptfiguren des Films ringen, jeder auf seine Art, mit der Suche nach dem richtigen Weg.
D 2010
Regie: Burhan Qurbani
Mit Carlo Ljubek, Maryam Zaree, Jeremias Acheampong, Marija Škaricic, Anne Ratte-Polle
95 Min.
www.3rosen.com

Water Makes Money (Sondervorstellung)

Vor 10 bis 15 Jahren erhob sich eine Welle der Privatisierung unserer Wasserversorgung. Der Film zeigt am Beispiel der Pariser Wasserversorgung durch den Weltkonzern Veolia, dass die Lebensressource Wasser zu einem Medium wird, aus dem das Gebräu toxischer Kredite stammt, das heute die «Bad Banks» füllen soll – und mit dem die Steuerzahler der nächsten Jahrzehnte vergiftet werden. In Deutschland hat es Veolia in kürzester Zeit geschafft, mit Beteiligungen in 450 Kommunen zum größten Versorger im Trink- und Abwasserbereich aufzusteigen. Wir erfahren Beweggründe, Argumente und Standpunkte von Befürwortern und Gegnern der stets in neue Betreiberverträge drängenden Global Player – insgesamt keine trockene Angelegenheit!

D 2010
Regie + Buch: Leslie Franke + Herdolor Lorenz
Mit Jean Luc Touly, Marc Laimé, Christiane Hansen, Markus Henn und AQUATTAC.
Musik: Konstantin Wecker
90 Min.
www.watermakesmoney.com

Helen

Eine angesehene Musik-Professorin, wird durch schwere Depressionen brutal aus ihrem sorgsam aufgebauten Familien-Idyll gerissen. Das Unverständnis, das Helen anfangs erfährt, aber auch der mühsame und schmerzhafte Prozess der (Wieder-)Annäherung, das sich Zurechtfinden in einer solchen Extremsituation, all das zeigt «Helen» ohne in melodramatische Reflexe und Klischees abzugleiten. Statt Helens Krankheitsverlauf mittels künstlicher Spannungsmomente zu dramatisieren, bleibt Regisseurin Nettelbeck eine stille Beobachterin. Insbesondere die Ohnmacht der Familie, das Gefühl, hilflos den Verfall eines geliebten Menschen mitansehen zu müssen, ist in vielen Szenen präsent. Ein Film, der sich mit Fingerspitzengefühl einem Tabu nähert.

D / USA 2009
Regie: Sandra Nettelbeck.
Mit Ashley Judd, Lauren Lee Smith, Goran Visnjic
115 Min.
www.helen-derfilm.de

Mademoiselle Chambon

Wie einen Blitzschlag der Liebe trifft es den verheirateten Maurermeister Jean, nachdem er zufällig der Grundschullehrerin seines Sohnes begegnet. Dies löst bei dem wortkargen Mann eine Flutwelle von Gefühlen aus, die er sich zunächst nicht eingestehen mag. Auch Lehrerin Véronique Chambon fühlt sich trotz aller Standesunterschiede zu ihm hingezogen.
Regisseur Stéphane Brizé webt mit traumwandlerischer Sicherheit und Empfindsamkeit Sequenz für Sequenz zerbrechliche Metaphern des Begehrens und der Liebe in Bilder. Ausgezeichnet mit dem César 2010 für das Beste Drehbuch.

F 2009
Regie: Stéphane Brizé
Mit Vincent Lindon, Sandrine Kiberlain, Aure Atika, Jean-Marc Thibault.
101 Min.
www.arsenalfilm.de

Bal - Honig

Yusuf lebt mit seinen Eltern in den Bergen der Schwarzmeerregion, im Nordosten der Türkei. Oft begleitet er seinen Vater, den Imker Yakup, bei dessen Streifzügen durch die tiefen, unberührten Wälder. Hoch oben in den Bäumen werden die Bienenstöcke angebracht, um den berühmten schwarzen Honig der Rize-Region zu ernten. Aufmerksam lernt Yusuf an der Seite seines Vaters die Geheimnisse der Natur kennen, flüsternd findet er hier zu einer Sprache, die ihm in der Schule immer wieder fehlt. Als ein Bienensterben die Gegend heimsucht, zieht Yakup los, um seine Bienenstöcke in einer schwer zugänglichen, gefährlichen Gebirgsregion aufzubauen. Nach Tagen ist er immer noch nicht zurück. Semih Kaplanog¢lu entführt uns in eine Welt voll poetischer Schönheit, die schon märchenhaft anmutet und etwas Magisches vollbringt: Sie streichelt das Sehen, aktiviert alle Sinne und lässt die satte Landschaft der anatolischen Berge körperlich spürbar werden.

TR / D 2010
Regie: Semih Kaplanoglu.
Mit Bora Altas, Erdal Besikcioglu, Tülin Özen.
103 Min.
www.bal-der-film.de

Oscar und die Dame in Rosa

Der zehnjährige Oskar ist schwer krebskrank und hat nur noch wenige Tage zu leben. Seine Eltern sagen ihm die bittere Wahrheit nicht, und auch die anderen Erwachsenen flüchten sich nur in Phrasen, wenn er ihnen ernste Fragen stellt. Da trifft er auf die resolute, schrille Pizzalieferantin Rose. Sie soll sich um ihn kümmern, ihm letzten Lebensmut geben. Sie motiviert ihn, Briefe an Gott zu schreiben und sich jeden Tag einen Wunsch zu erfüllen.
Eric-Emmanuel Schmitt gehört zu den wenigen Schriftstellern, die gleichzeitig das Herz berühren und das Zwerchfell kitzeln. Jetzt hat der renommierte Autor seinen Roman «Oskar und die Dame in Rosa» selbst verfilmt. Wie schon in seinem Regiedebüt «Odette Toulemonde» beweist Schmitt erneut sein Gespür für schillernde Alltagshelden, die sich mühelos in die Herzen des Publikums stehlen.

F / B 2009
Regie: Eric-Emmanuel Schmitt
Mit Amir, Michèle Laroque, Max von Sydow
104 Min.
www.oskarunddiedameinrosa.de

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