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Kinofilme im September 2010

Film-Inhalte



(Ein Klick auf den Titel führt zum 1. Vorführtermin des Films in der Programmübersicht)



Vincent will meer

Vincent leidet am Tourette-Syndrom. Als seine Mutter stirbt, will er ihr ihren letzten Wunsch, einmal noch das Meer zu sehen, erfüllen. Mit ihrer Asche in einer Bonbondose flieht er aus seinem Pflegeheim und macht sich im von der Heimleiterin geklauten Auto auf den Weg nach Italien. Begleitet wird er von einer magersüchtigen jungen Frau und einem Zwangsneurotiker. Verfolger lassen nicht lange auf sich warten: Die Heimleiterin und Vincents Vater setzen alles daran, den Ausreißer zu stellen. Beginn eines turbulenten Abenteuers.

D 2010
www.vincent.film.de/

Young Victoria

Jahrzehntelang herrschte die strenge Victoria über England, das damalige britische Empire, die Epoche der industriellen Revolution. Einer Zeit, die auch für Pomp und Erstarrung steht.
Die Idee, die junge Victoria ganz entgegen ihrem Ruf, lebendig und warmherzig zu zeigen, liegt wohl darin, dass die strategisch arrangierte Ehe von Victoria und Albert zu einer Liebesbeziehung wurde. Protokoll, Etikette, Intrigen, Schlösser, Kostüme – alles vom Feinsten. Nicht umsonst gab es für diese Kategorien Oscar-Nominierungen. Emily Blunt spielt fein, präsent und stolz durch die Höhen und Tiefen von Victorias Schicksal – eine überzeugende Leistung.

GB / USA 2009
Regie: Jean-Marc Vallée
Mit Emily Blunt, Rupert Friend, Paul Bettany
105 Min.
www.youngvictoria-film.de

Agora

Alexandria im Jahr 391 nach Christus. An der neuplatonischen Schule in der mächtigen altägyptischen Hafenstadt an der Mittelmeerküste lehrt die ebenso schöne wie kluge Hypatia Mathematik und Astrologie. Die erste Astronomin der Menschheit erforscht leidenschaftlich das Sonnensystem – lange vor Kopernikus und Galileo. Von ihren männlichen Kollegen wird sie mit Argwohn beobachtet, nicht nur weil sie eine Frau ist, sondern weil die charismatische Lehrmeisterin äußerst moderne Theorien vertritt. Gesellschaftliche Machtkämpfe bestimmen das Leben in einer Zeit des Umbruchs von der Antike zum Christentum. Das meiste spielt sich auf der Agora ab, dem Marktplatz, der hier im übertragenen Sinne für das gesamte öffentliche Leben steht. In diesen Wirren wird die legendäre Bibliothek zerstört und Hypatia zu Tode gesteinigt. Regisseur Alejandro Amenábar (Das Meer in mir) wagt sich erstaunlicherweise an einen Sandalenfilm und entfaltet damit ein opulentes Historiendrama der Spätantike. Authentisch und mit großer Intensität verkörpert Rachel Weisz die historische Person der Hypatia.

E 2009
Regie + Buch: Alejandro Amenábar
Mit Rachel Weisz, Max Minghella, Oscar Isaac, Michael Lonsdale, Ashraf Barhom, Sami Samir, Rupert Evans
126 Min.
www.agora-derfilm.de

Vertraute Fremde

Comiczeichner Thomas, den es durch Zufall in den Ort seiner Kindheit verschlägt und sich dort auf wundersame Weise plötzlich in der Vergangenheit wiederfindet, erlebt als 14-jähriger seine Jugend nochmals – freilich mit dem Wissen eines Erwachsenen. Dass sein Vater damals am Abend seines 40. Geburtstages verschwand, traumatisierte die ganze Familie. Nun hat Thomas die Chance, die Gründe dafür herauszufinden, den Lauf der Geschichte vielleicht sogar umzulenken. Immer mehr Geheimnisse tun sich auf: der mysteriöse Anruf einer Frau, Vaters heimlicher Kauf von Schmuck und 4711 und Omas Enthüllung aus der Kriegsvergangenheit.
Sam Garbarski (Irina Palm) inszeniert mit der europäischen Umsetzung des japanischen Comics von Jiro Taniguchi ein poetisches Zeitreise-Märchen über ein Vater-Sohn-Verhältnis und die erste Liebe. Mit überzeugenden Akteuren gelang ein charmant surreales Drama der sensiblen Art. Wer hätte nicht Lust auf eine solche Zeitreise?

B / LUX / F / D 2009
Regie: Sam Garbarski.
Mit Léo Legrand, Alexandra Maria Lara, Pascal Gréggory
100 Min.
www.vertrautefremde.x-verleih.de

Me too - Wer will schon normal sein?

Dies ist die Liebesgeschichte zwischen einem hochbegabten Mann mit Down Syndrom und einer «normalen» Frau, die sich ihm nach anfänglichem Zögern offenbart und auch die Lebensgeschichte von Hauptdarsteller Pablo Pineda, dessen Alter Ego wir auf der Leinwand kennenlernen. Daniel ist mit einem Chromosom zuviel auf die Welt gekommen, ein klitzekleiner Fehler, der ihm von Beginn an zeigt, wie groß der Unterschied zwischen ihm und den anderen Menschen sein kann. Er wird charakterisiert als starker, aber gleichzeitig verletzlicher Held, der auf den Brücken zwischen den Welten hin und her geht. Hier die Normalen, dort die Behinderten – Daniel bleibt irgendwo dazwischen gefangen.

E 2009.
Regie: Antonio Naharro + Álvaro Pastor.
Mit Lola Dueñas, Pablo Pineda, Isabel García Lorca.
103 Min.
www.metoo-derfilm.de

Micmacs - Uns gehört Paris!

Gleich zweimal macht Bazil mit Produkten der Waffenindustrie böse Erfahrungen. Zuerst raubt ihm eine Landmine in Nordafrika den Vater und dann trifft ihn eine verirrte Kugel in den Kopf. Aus dem Koma erwacht, sind Job und Wohnung weg. Da lernt er einen schrulligen Schrotthändler und eine Gruppe wunderlicher Außenseiter kennen. Bazil und seine neuen Freunde schmieden einen Plan, der die skrupellosen Waffenproduzenten nach allen Regeln der Kunst gegeneinander ausspielen soll, um ihnen für immer das Handwerk zu legen. Der Truppe kommt zu Gute, dass jedes Mitglied über ganz besondere Fähigkeiten verfügt ...

F 2009.
Regie: Jean-Piere Jeunet.
Mit Dany Boon, Dominique Pinon, André Dussolier, Yolande Moreau
104 Min.
www.micmacs.kinowelt.de

Herbstgold

Immer nach dem Motto «Wer rastet, der rostet» setzen die Senioren alles daran, um nicht zum alten Eisen zu gehören. Ilse, Alfred, Jirˆí, Herbert und Gabre sind fünf Sportler, im Alter von 82 bis 100 (!) Jahren, die sich mit Eifer für die Weltmeisterschaften der Senioren im finnischen Lathi vorbereiten. Regisseur Jan Tenhaven wollte einen Dokumentarfilm über Sport machen, herausgekommen ist dabei ein faszinierender Blick auf eine Gesellschaft im Wandel. Mit viel Herz und feinem Humor inszeniert er seine Hommage an die sportbegeisterten Senioren. Ihr Mut und ihre Vitalität wirken ansteckend – nicht nur für ältere Zuschauer – und ist ein beherzter Appell, sein Leben in jeder Situation mit Witz und Willenskraft zu meistern.

D 2010
Regie: Jan Tenhaven
90 Min.
www.herbstgold-derfilm.de

Kleine Wunder in Athen

Die Geschäfte für Kioskbetreiber Stavros und seine Kumpel, in einem vom Niedergang geprägten Viertel Athens, gehen schlecht. Sie hängen rum und lästern, vor allem über Albaner. Doch eines Tages stürzt Stavros in eine Identitätskrise. Ein Albaner kreuzt auf und wird von Stavros dementer Mutter für ihren vergessenen Sohn gehalten. Nicht genug des Unwahrscheinlichen, fängt die Mutter auch noch an, perfekt albanisch zu sprechen. Stavros ist irritiert. Als er mit seinen Kumpel ein Fußballländerspiel zwischen Griechenland und Albanien verfolgt, ist er sich nicht mehr sicher, für welche Seite er jubeln soll.

GR / D 2009
Regie: Fillipos Tsitos
Mit Antonis Kafetzopoulos, Anastasis Kozdine, Yorgos Souxes.
103 Min.
www.kleinewunderinathen.de

Pianomania

Dies ist ein Film über Liebe, Perfektion und ein kleines bisschen Wahnsinn. Der außergewöhnliche und gleichermaßen humorvolle Dokumentarfilm nimmt den Zuschauer mit in die geheimnisvolle Welt der Töne und begleitet Stefan Knüpfer, Meisterstimmer und Cheftechniker von Steinway & Sons, bei seiner ungewöhnlichen Arbeit mit den großen Stars der Musikszene wie u.a. Pierre-Laurent Aimard, Lang Lang oder Alfred Brendel. «Der Ton atmet nicht», klagt der Pianist Pierre-Laurent Aimard verzweifelt. Das ist ein typischer Satz im beruflichen Alltag von Stefan Knüpfer.
Denn jedes Klavier hat seine eigene Persönlichkeit, jedes Stück verlangt nach der ihm eigenen Klangfarbe und jede Interpretation hat ein besonderes Temperament! Das richtige Instrument mit den geforderten Eigenschaften passend zur Vision des Virtuosen zu finden, zu vervollkommnen und letztlich auf die Bühne zu schaffen, fordert grenzenlose Leidenschaft, die außerordentliche Fähigkeit Worte in Töne zu übertragen und nicht zuletzt äußerst starke Nerven. Der Ton wurde in DolbySurround Qualität aufgezeichnet!

D / A 2009
Regie: Lilian Franck + Robert Cibis
Mit Stefan Knüpfer und den Pianisten Pierre-Laurent Aimard, Alfred Brendel, Lang Lang, Till Fellner und Julius Drake.
94 Min.
www.pianomania.de

Coco Chanel & Igor Stravinsky

1913. Im Théatre des Champs Elysées zu Paris wird Igor Stravinskys Ballett «Le Sacre du Printemps» uraufgeführt und ausgebuht. Das Werk ist seiner Zeit eindeutig voraus und wird nicht verstanden. Modedesignerin Coco Chanel dagegen ist fasziniert, Stravinsky jedoch am Boden zerstört. Einige Jahre später treffen sich die beiden. Coco Chanel, die es zu etwas gebracht hat, bietet dem in ärmlichen Verhältnissen lebenden Stravinsky an, mit dessen Familie in ihre Villa bei Paris zu ziehen. Zwischen den beiden Künstlerseelen bahnt sich eine subtile, aber unaufhaltbare Affäre an, die sich nach und nach zu einem erotischen Machtspiel hochstilisiert, das die beiden extremen Persönlichkeiten charakterisiert. Chanel-Fans werden sich an dem Film nicht satt sehen können, denn die Hauptdarstellerin Anna Mouglalis ist mit Originalkleidern und Originalaccessoires ausgestattet. Karl Lagerfeld gab sich die Ehre und schneiderte ein Abendkleid für den Film.

F 2009
Regie: Jan Kounen.
Mit Anna Mouglalis, Mads Mikkelsen, Elena Morozowa, Natacha Lindinger, Grigori Manoukov, Rasha Bukvic, Nicolas Vaude, Anatole Taubman
120 Min.
www.chanelstravinsky.de

Ich, Tomek

Der fünfzehnjährige Pole Tomek lebt in der deutsch-polnischen Grenzregion. Die Öffnung der Grenzen im Jahre 2000 hat für ihn, wie für viele Menschen in der Gegend, dramatische Auswirkungen. Auf der Suche nach dem schnellen Geld für sich und seine Freundin, rutscht der Junge ins Strichermilieu ab. Düster ist das Bild der rasanten Erosion einer Gesellschaft, die der Wucht des Westens schutzlos ausgeliefert ist. Vor allem für die Teenager wird die Prostitution zum einzigen Mittel, um an den Segnungen des Kapitalismus teilzuhaben. Tomek und die anderen Kinder leben zusehends in einem Paralleluniversum, das sich seine eigenen zynischen Gesetze schafft. Ein erschütterndes Drama über das Ende einer Kindheit und den «Warenwert » des Menschen, erzählt in knappen Bildern, die eine nachhaltige Wirkung hinterlassen.

PL / D 2009
Regie: Robert Glinski
Mit Filip Garbacz, Anna Kulej, Daniel Furmaniak, Rolf Hoppe.
94 Min.
www.salzgeber.de

Das Konzert

Andrei Filipov dirigierte einst das Orchester des berühmten Bolschoi-Theaters. Während der Zeit des Kommunismus weigerte er sich, jüdische Musiker zu entlassen. Deshalb wurde er zum Putzen degradiert. Durch Zufall fängt Andrei ein Fax ab: Eine Einladung des Bolschoi-Orchesters nach Paris. Kurz entschlossen beginnt Andrei seine in alle Winde verstreuten Musiker aufzusuchen und zu überreden, mit ihm das Konzert in Paris zu geben. Da die Kollegen inzwischen die ausgefallensten Berufe ausüben, Pässe, Visa und Instrumente nicht vorhanden sind, ist im Voraus ein gehöriges Durcheinander zu bewältigen. Doch es gelingt. Und sogar die einzige Bedingung für das Gastspiel, die Solistin Anne-Marie Jacquet, ist da. Der rumänische Regisseur Radu Mihaileanu schlägt leichtere Töne an, als in seinem Holocaust-Drama «Zug des Lebens». Er beschäftigt sich jedoch wieder mit der Vergangenheit, dieses Mal auf anrührende, amüsante und versöhnliche Weise und mit einer mitreißenden Inszenierung des finalen Konzerts für Violine und Orchester in D-Dur von Tschaikowsky. In Frankreich mit zwei «Césars» ausgezeichnet!

F 2009
Regie: Radu Mihaileanu
Mit Alexei Guskow, Dimitri Nazarov, Melanie Laurent, François Berléand, Miou-Miou, Valeri Barinov.
119 Min.
www.konzert-derfilm.de

Männer im Wasser

Fredrik, arbeitsloser Redakteur und ambitionierter Freizeit-Sportler, steckt tief in der Midlife-Crisis. Seine Ehe liegt in Scherben, seine Frau will die aufmüpfige Teenager-Tochter bei ihm abladen, um ihrer Karriere nachzugehen und nach einer katastrophalen Niederlage ist es auch noch um den heiß geliebten Hockeyclub schlecht bestellt. Aus einer Schnapsidee heraus eröffnet sich für Fredrik ein neues Betätigungsfeld: Synchronschwimmen. Zuerst glauben die Jungs aus seinem alten Hockey-Team an einen schlechten Scherz, aber Fredrik leistet harte Überzeugungsarbeit. Und nicht nur das: Kaum sind alle mit im Boot, träumt Fredrik – typisch Mann – auch gleich von der Teilnahme an den Synchronschwimm- Weltmeisterschaften in Berlin: als Schwedens offizielles männliches Team. Das Projekt unter dem Motto «Go for Gold» hat nur einen kleinen Schönheitsfehler – die Truppe hat keinen blassen Schimmer vom Synchronschwimmen.
Mit einer Mischung aus ungezwungenem Humor und erfrischenden Charakteren inszenierte Måns Herngren diesen Film mit leichter Hand und verliert dennoch nie an Tiefe.

S 2008
Regie: Måns Herngren
Mit Jonas Inde, Amanda Davin, Andreas Rothlin Svensson, Jimmy Lindström, Peter Gardner, Benny Haag, Shelby Niavarani.
100 Min.
www.maenner-im-wasser.pandorafilm.de

Mary & Max

Die 8-jährige Mary lebt mit ihren Eltern in Melbourne. Die Mutter trinkt, raucht und stiehlt. Der Vater glänzt durch Abwesenheit, indem er sich seinen Hobbys widmet. Mary hat keine Freunde und wird wegen eines riesigen Muttermals von ihren Schulkameraden gehänselt. Durch Zufall kommt sie zu einem Brieffreund, der in New York lebt. Der 44-jährige Max ist übergewichtig und leidet an dem Asperger- Syndrom, einer Variante des Autismus. Die Krankheit macht es ihm unmöglich, soziale Bindungen einzugehen. Das ändert sich mit Marys Brief ... Der dramatisch-komische Animationsfilm behandelt Themen wie Alkoholismus, Depression, Selbstmord und schafft es dennoch, viel (Galgen)-Humor zu entwickeln.

AUS 2009
Regie: Adam Elliot
92 Min.
www.maryandmax.de


Wie im Himmel - Sondervorstellung

WIE IM HIMMEL erzählt von einem Musiker, dessen Lebenstraum sich erfüllt, als er nach langer Irrfahrt lernt, die Menschen und sich selbst zu lieben. Ein mitreißender und humorvoller Film über das Abenteuer, sein eigenes Paradies zu finden - ein vielstimmiges und gefühlvolles Meisterwerk.

www.wie-im-himmel-derfilm.de


Himmel und mehr / Sondervorstellung mit Besuch der Regisseurin am 19.9.

1917 geboren gerät Dorothea Buck mit 19 Jahren in eine schwere psychische Krise. Im Dritten Reich zwangssterilisiert entgeht sie nur knapp der Euthanasie. Bis 1959 erlebt sie insgesamt fünf psychotische Schübe und sämtliche Formen der Therapie. Entgegen der ärztlichen Unheilbarkeitsprognose versucht Dorothea Buck zu verstehen, was sie in die Psychose getrieben hat und entwickelt eine eigene Theorie ihrer Erkrankung. So findet sie schließlich den Schlüssel zu ihrer endgültigen Heilung. Untrennbar damit verbunden ist ihre Entwicklung zu einer ausdrucksstarken und vielfach ausgezeichneten Bildhauerin. Es entfaltet sich ein bildhauerisches Schaffen, das vor allem das zu beschwören scheint, was ihr versagt geblieben ist: Menschliche Zuwendung und Wärme.

D 2009
Regie: Alexandra Pohlmeier
90 Min.
www.himmelundmehr.de

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