Reisebericht des Vereinsausfluges nach Wien

Donnerstag, 14. Mai 2015, 6.39 Uhr: der Zug fährt an und wir sind alle drin! Eine gewisse Erleichterung macht sich in meinem unausgeschlafenen Körper breit – ein angenehmes Gefühl. Trotz einigem organisatorischen Hin-und-Her sind alle Reiseteilnehmer pünktlich am Bahnhof Bregenz angekommen und alle Autofahrer haben einen Parkplatz bekommen. Unter diesen günstigen Bedingungen beginnt eine sehr entspannte Fahrt nach Wien mit schönem Ausblick auf Berge, Täler und die Donauebene gekrönt mit einem wunderschönen Blick auf Salzburg. Während der Fahrt stellt sich heraus, dass nicht nur Karin und ich bestens auf die Reise vorbereitet sind, und daher kann uns Schnulf gleich vom Wiener Westbahnhof zu unserem Hotel führen, das wir in ein paar Minuten zu Fuß erreichen. Die Zimmer sind schnell zur allgemeinen Zufriedenheit verteilt und meinem Mittagschläfchen steht nichts mehr im Wege. Am Abend treffen sich einige Linse-Leute in der Hotelbar und es werden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht. Am Freitagvormittag startet das “Dritte-Mann-Programm”. Wir fahren mit der U-Bahn und wieder habe ich einen „Assistenten“ zur Seite. Albrecht Mössner führt uns zielsicher von der U-Bahnstation Herrengasse zum Liebenbergdenkmal, wo unsere Stadtführung beginnt. In zwei Gruppen aufgeteilt – weil im Kanal nur kleine Gruppen Platz haben – erleben wir eine brillante Führung mit den Schwestern Timmermann, die sich nicht nur bestens auskennen, sondern die Führung mit Anekdoten aus den Dreharbeiten zum Film genauso beleben wie mit ihrem Wissen aus der Wiener Nachkriegszeit. Nicht nur uns war es eine Freude, auch die Timmermann’s hatten viel Spaß mit einer soooo filmkundigen Gruppe unterwegs zu sein. Mit Schutzhelm und Grubenlampe ausgestattet wagen sich fast alle in die Tiefen der Wiener Unterwelt. Wir haben Glück: Dank dem kühlen Wetter stinkt es nicht so sehr und der Wasserstand ist wegen wenig Regen nicht so hoch. Wir sind überrascht, wie klein und eng die Drehlocations in Wirklichkeit sind. Im Film wirkt alles viel größer. Ohne Rattenüberfall und ähnlichem Drama gelangen wir wieder an die Oberfläche und vorbei an der Secession geht es zum Naschmarkt und in die Mittagspause. Nach und nach trudeln die gestärkten „Linsen“ im Privatmuseum „Der dritte Mann“ ein. Wir werden freundlich begrüßt. Herr Straßgschwandtner hat für uns extra sein Museum außerhalb der gewohnten Öffnungszeiten geöffnet und wir bekommen eine begeisterte Führung zum Film, zur Filmgeschichte und zur Wiener Nachkriegsgeschichte. Der Höhepunkt der Führung: wir sehen 2 Min. Originalfilm projiziert mit einem historischen Kinoprojektor Ernemann 7b, Baujahr 1936. Auf solchen Projektoren wurde 1950 “Der dritte Mann” in Wien uraufgeführt. Nach dem Museumsbesuch ist unser Gruppenprogramm für heute beendet. Es wartet die Hotelbar auf spontane Treffen zum Austausch des individuellen Programms. Für Samstag hat Karin eine Privatführung „Das rote Wien“ im Waschsalon des Karl-Marx-Hofes organisiert. Es finden sich 8 Teilnehmer zu dieser interessanten Führung des Wiener Sozialbaues und der Architekturgeschichte ein. Ansonsten steht der Samstag zur freien Verfügung und diese wird sehr unterschiedlich genützt. Eine gehen auf den Zentralfriedhof, andere auf den Flohmarkt, wieder andere gehen zu Fuß bis zum Schloss Schönbrunn und besuchen eine Zitrusausstellung, die Eröffnungsveranstaltung der Wiener Festwochen in Schloss Schönbrunn mit den Wiener Symphonikern wird auch durch die Linse bereichert – was bei unglaublichen 100 000 Besuchern nicht zu Buche geschlagen hat. Einigen findigen „Linsen“ gelingt es, Karten für „Ein Sommernachtstraum“ im Volkstheater zu ergattern. Schnulf findet in der Kapuzinergruft einen Sarkophag der Eleonora von Mantua-Nevers, 3. Gemahlin von Kaiser Ferdinand III, Tochter von Herzog Karl II von Mantua und Maria von Gonzaga. So schließt sich der Kreis und wir treffen uns zum Abschlussessen in der ältesten Heurigengaststätte Wiens der „10er-Marie.“ Das Gruppenbild entsteht noch vor dem Weingenuß und Buffettschlemmerei.

Gruppe1

Gruppe2

Auf der Heimfahrt ist nichts nennenswertes mehr passiert, außer dass einige im Rückblick auf die gelungene Wienreise schon auf den nächsten Vereinsausflug evtl. nach Frankfurt vorausgeblicken und, dass ich einen wunderbaren Gugelhupf und ganz besondere „TapferkeitsToffee’s” von Eugen Mandel überreicht bekomme. Zitat aus der Bonbonverpackung: „Tapferkeits-Toffees sind gedacht und gemacht als süße Stütze in Zeiten der Erprobung. Denn wahre Stärke kommt von innen.” Dazu kann ich nur sagen: die Reise mit euch „Linsen“ war mir ein Vergnügen und das mit der Erprobung betrifft eher meine Vorstandsarbeit vor Ort. Daher werde ich die Tapferkeits-Toffees immer in der Handtasche bereit halten für Notfälle bei der Arbeit mit der Stadt Weingarten für eine Zuschußerhöhung für das Kulturzentrum Linse. Vielen Dank!

Barbara Brugger

Vorstand